FileMaker Server Remote Backup
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FileMaker Remote Backups auf einem Linux Server mit Bordmitteln einrichten.
Claris bietet seit der Veröffentlichung von FileMaker Server 2026 ein optionales, kostenpflichtiges Add-on für Remote-Sicherungen in der eigenen Cloud an. Das gleiche Ergebnis – ein zuverlässiges, automatisiertes Backup ausserhalb des eigenen Servers – erzielen Sie jedoch auch kostenlos mit Linux-Bordmitteln.
Diese Anleitung zeigt Ihnen Schritt für Schritt, wie das geht. - Erschienen im FileMaker Magazin 2026 / 04
Der FileMaker Server erstellt Backups äusserst zuverlässig und streng nach Plan im Hintergrund – eine Routine, die im professionellen Einsatz absolut unverzichtbar ist. Doch was passiert, wenn der Server ausfällt und gleichzeitig das lokale Backup verloren geht? Für diesen Ernstfall benötigt jedes System eine Datensicherung, die räumlich getrennt aufbewahrt wird.
Vorbereitungen am FileMaker Server
Backups müssen vollautomatisch und zu fest definierten Zeiten erfolgen. Daher empfehle ich, in der FileMaker Server Admin Console tägliche und wöchentliche Sicherungen für alle Datenbanken einzurichten. Zusätzlich sollte es einen separaten Backup-Zeitplan geben, der alle Datenbanken einmal am Tag in einen Ordner namens „BackupArchiv“ schreibt. Wenn das Remote-Backup-Script zur externen Sicherung täglich um 04:00 Uhr starten soll, muss dieses FileMaker Server Backup so eingerichtet werden, dass es ca. 15–20 Minuten vorher fertig ist. Die Aufbewahrungszeit wird auf einen Tag eingestellt und als Verzeichnis wird dieser Pfad festgelegt:
filelinux:/opt/FileMaker/FileMaker Server/Data/Backups/BackupArchiv/
Pakete auf dem Linux-System installieren
Damit das Script automatisch läuft, müssen auf dem Server ggf. einige Pakete1 installiert werden. Ein Root-Zugang zum Linux-System ist für alle Schritte Voraussetzung.
sudo apt install -y zip lftp
zip komprimiert das Archiv, lftp übernimmt den SFTP-Upload auf den Backup-Server und mit -y werden mögliche Abfragen bei der Installation automatisch mit einem „Ja“ bestätigt.
Backup-Script und Konfiguration auf den Server laden
Um das Backup durchzuführen, müssen auf dem Server ein Script, eine Konfigurationsdatei sowie ein Cronjob2 installiert werden. Im ersten Schritt wird das angefügte Script (siehe Datei filemaker-failover-upload.sh in den Beispieldateien zu diesem Artikel) in das Root-Verzeichnis geladen. Dieses Script wurde zusammen mit Claude entwickelt und komprimiert das vom FileMaker Server angelegte Verzeichnis „BackupArchiv“, benennt es um (YYYYMMDD_HHMM_<hostname>.zip) und lädt es danach via SFTP auf den Backup-Server. Nach dem Upload wird das Archiv gelöscht und ein Log geschrieben. Dabei ist unbedingt darauf zu achten, dass auf dem Server ausreichend freier Speicherplatz zur Verfügung steht.
Am einfachsten ist es, das Backup-Script direkt in das Root-Verzeichnis des Benutzers (/root) zu laden und dort auszuführen. Dadurch wird sichergestellt, dass auch die notwendigen Berechtigungen von Anfang an korrekt gesetzt sind.
sudo install -m 750 -o root -g root \
filemaker-failover-upload.sh /usr/local/bin/filemaker-failover-upload.sh
Im nächsten Schritt werden die Zugangsdaten für den Zielserver angegeben, wofür die zweite Datei (siehe filemaker-failover-upload.conf) vorher mit allen Zugangsdaten angepasst werden muss. Ich würde empfehlen, nicht den SFTP-Standardport 22 zu verwenden, sondern zur Sicherheit einen anderen Port zu wählen und das entsprechend am Backup-Server und in der Konfigurationsdatei anzupassen. Diese Datei wird ebenfalls in das Root-Verzeichnis geladen und danach am Server installiert.
sudo install -m 600 -o root -g root \
filemaker-failover-upload.conf.example /etc/filemaker-failover-upload.conf
Eine nachträgliche Anpassung der Konfiguration ist ebenfalls direkt auf dem Server möglich. Dazu muss die Konfigurationsdatei lediglich mit dem Texteditor Nano bearbeitet werden:
sudo nano /etc/filemaker-failover-upload.conf
Die letzte auf dem Server zu installierende Datei ist der Cronjob, der das Script „filemaker-failover-upload.sh“ täglich um 04:00 Uhr aufruft.
sudo install -m 644 -o root -g root \
filemaker-failover-upload.cron /etc/cron.d/filemaker-failover-upload
Test und Troubleshooting
Ein Neustart des Servers ist nicht notwendig, das Backup-Script kann zum Testen direkt aufgerufen werden. Eventuelle Fehler werden dabei sofort während der Ausführung angezeigt.
sudo /usr/local/bin/filemaker-failover-upload.sh
Zusammenfassung
Das vorgestellte Backup-Script sichert Daten täglich und vollkommen automatisch auf einen SFTP-Server. Bei Bedarf lässt es sich flexibel erweitern – beispielsweise um eine Datenverschlüsselung oder eine alternative Sicherung in einen S3-Storage.
Wichtig ist die regelmäßige Überprüfung der Backups. Es ist absolut sinnvoll, einmal im Monat eine Version vom Backup-Server herunterzuladen, lokal zu öffnen und zu testen. Nur so lässt sich im Ernstfall garantieren, dass die Datenbanken unbeschädigt sind und fehlerfrei funktionieren.
Downloads
ZIP Archiv der im Artikel erwähnten Dateien filemaker-failover-upload.conf, filemaker-failover-upload.sh und filemaker-failover-upload.cron. walkingtoweb übernimmt keine Garantie für die Funktionsweise oder die Richtigkeit der Scriptfunktionen.